Von Saalbach bis Fieberbrunn – das bietet der neue Skicircus

12. Januar 2016 - Katharina Teudt

Mit dem „Big White Bang“ wurde im Dezember 2015 die neue Skiverbindung zwischen Saalbach Hinterglemm und dem benachbarten Fieberbrunn eröffnet. Der Zusammenschluss bedeutet für Wintersportler wie Betreiber einen großen Mehrwert.

Powdern im Skicircus Saalbach Hinterglemm © Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Im neuen Skicircus kann man noch mehr powdern.
© Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Die Hochzeit zwischen dem Glemm- und Pillerseetal ist perfekt. Dank der 10er-Gondelbahn TirolS wächst der neue Skicircus auf insgesamt 270 Pistenkilometer zusammen – eines der weltweit größten Skigebiete.
Zur Eröffnung am 19. Dezember gab es eine große Kissenschlacht am Reiterkogel, dort wo die Bergstation der neuen Verbindungsbahn steht. Das Eröffnungs-Spektakel, zu dem rund 1.000 Teilnehmer kamen, wurde symbolträchtig „Big White Bang“ getauft.

Das „Home of Lässig“, wie sich Saalbach trendbewusst nennt, ist nun nahtlos mit dem Freerider-Paradies Fieberbrunn verbunden. Den Besuchern beschert das noch mehr Pistenauswahl und weitere Vorteile wie innovative Snowparks, Variantenabfahrten, Funstrecken und Skihütten. Doch auch die Bergbahnbetriebe profitieren von dem Zuwachs, schließlich gilt die Größe eines Skigebiets als eines der wichtigsten Auswahlkriterien für Wintersportler. Zuvor zählte der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang immerhin 217 Pistenkilometer, das kleiner Fieberbrunn gerade einmal 53 km Abfahrten. Nun können sich beide stolze 270 km auf die Pistenpläne schreiben. Somit gewinnen alle Parteien durch die Verbindung über den Reiterkogel. Jetzt ist einfach alles noch größer, umfangreicher, attraktiver.

Grenzüberschreitender Pistenspaß

Die TirolS-Gondel besitzt dazu eine ganz besondere Eigenschaft: Sie ist eine bundesländerüberspannende Seilbahn. Die Talstation steht in Tirol, die Bergstation in Salzburg. Etwa 200 m vor dem Ausstieg am Reiterkogel befindet sich der offizielle „Grenzübertritt“. Oben am neuen „Drehkreuz“ enden neben der TirolS auch der 4er-Sessel Sunliner und der 6er-Sessel Reiter-Ost. Außerdem führt hier die brandneue Piste ab.

Bergstation TirolS vom Lift aus. © Skicircus Saalbach Hinterglemm Fieberbrunn

Die neue Bergstation der TirolS am Reiterkogel.
© Skicircus Saalbach Hinterglemm Fieberbrunn – Toni Niederwieser

20 Millionen Euro hat das Seilbahnprojekt inklusive neuer Abfahrt gekostet. Seit Jahrzehnten wird über den Zusammenschluss nachgedacht, der nun endlich umgesetzt wurde. Die lohnenswerte Investition freut nicht zuletzt die Verantwortlichen: „Beide Seiten verbinden ihre individuellen Stärken zu einem unschlagbaren Gesamtangebot auf 270 Abfahrtskilometern. Wir sind in die Champions-League der Skigebiete aufgestiegen“, so Peter Mitterer, Geschäftsführer der Hinterglemmer Bergbahnen.
Auch in Fieberbrunn ist man euphorisch: „Diese Verbindung ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sehr sinnvoll und war der nächste logische Schritt in der Weiterentwicklung beider Destinationen“, findet Toni Niederwieser, Geschäftsführer der Bergbahnen Fieberbrunn. „Besonders freut uns, dass der Zusammenschluss mit nur einer neuen Bahn und einer neuen Piste realisiert werden konnte, und damit mit verhältnismäßig kleinem Aufwand und geringstmöglichen Eingriffen in die Natur“, so der Bergbahnchef. Mit der neuen Piste meint Niederwieser jene Vierstadlalm-Piste, die über 3,5 km vom Reiterkogel Richtung Fieberbrunner Gebiet hinunterführt. Von der Berg- bis zur Talstation legen Skifahrer stattliche 780 Höhenmeter zurück und gelangen zur Anschlussbahn nach Fieberbrunn, dem unterschätzten Skiareal im Pillerseetal.

Tiefschneeabfahrt Fieberbrunn © Bergbahnen-Fieberbrunn

Tiefschneeabfahrten sind eine Fieberbrunner Spezialität.
© Bergbahnen Fieberbrunn

Ex-Geheimtipp Fieberbrunn

Mit dem Anknüpfen an den großen Nachbarn ist Fieberbrunn sein Image vom versteckten Geheimtipp los. Vielmehr werden nun die vielen Möglichkeiten bestaunt, die dem großen Skipublikum in dem kleinen Skigebiet plötzlich bewusst werden. Da wäre zum einen die Tatsache, dass das Schneeloch Fieberbrunn für seine Größe außergewöhnlich viele Geländeabfahrten zu bieten hat.
Zum anderen ist es aber dank seiner flachen Passagen und guten Kinderangebote für Familien attraktiv. An der Mittelstation Streuböden beispielsweise befinden sich gleich mehrere Spaßangebote für Klein und Groß: Der Easy Park ist extra für ganz junge Freestyler präpariert und auf der Rennstrecke kann jeder seine Bestzeit (er)fahren. Mit dem Timoks Winter Coaster liegt am Streuböden außerdem eine rasante Ganzjahresrodelbahn mit „Kaiserwelle“, „Riesenschlange“ und „360°-Karussell“. Nicht nur Fieberbrunn kann sich über den Mehrwert freuen, den ihm der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang beschert, sondern umgekehrt profitiert auch Saalbach von den Vorzügen des schneereichen Anrainers.

Skicircus Saalbach Skigebiet © Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Frischen Powder gibt es in der Region genug!
© Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Off-Piste-Mekka

In der internationalen Freeride-Szene ist Fieberbrunn keineswegs ein Geheimtipp, sondern als Hotspot bekannt. Dank der tollen Tiefschneevarianten ist der Ort jedes Jahr ein Tourstopp der Freeride World Tour, die dieses Jahr am 6. März am Wildseeloder stattfinden wird. Kein Wunder also, dass hier viel Wert auf das Off-Piste-Angebot gelegt wird. So ist eines der aktuellen Highlights der PowAirea-Snowpark. In diesem Natural Park wird Freestyle mit Freeride verknüpft, indem die Park-Elemente in das natürliche Tiefschneegelände am Lärchfilzkogel gebaut werden. Diese Umgebung hebt das Shredden auf eine ganz neue Stufe, schließlich werden Stürze durch den fluffigen Powder abgefedert. Das Angebot soll mit weiteren Freeride-Parks, Check-Points, Freeride-Lehrpfaden, LVS-Suchfeld und Freeride-Camps in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut werden!

Fieberbrunn Powairea Snowpark © Bergbahnen Fieberbrunn

Das innovative Konzept im PowAirea-Park geht auf.
© Bergbahnen Fieberbrunn

Mit so viel Abwechslung und Kreativität wird Fieberbunn nicht mehr lange im Schatten seines großen Partners Saalbach Hinterglemm stehen. Bereits das SkiMagazin erkannte in Ausgabe 06/2015, dass Fieberbrunn der „Shooting Star der Saison 2015/16“ sei.

Abfahrts-Tipp: Skicircus-Runde

Auf dieser Skirunde kann man das komplette Skigebiet umfahren. Wer schnell ist und keine Pause einlegt, schafft die 40 Pistenkilometer in ca. 5 Stunden. Dabei wird jeder Lift nur einmal benutzt.

Einkehr-Tipp: Asitz Bräu

Am Kleinen Asitz (1.870 m) im Skigebiet von Leogang, unweit der Bergstation der Steinberg- und Asitzbahn,  liegt Europas höchstgelegenes historisches Brauhaus. In der Skihütte mit guter Stube und großzügiger Lounge befindet sich außerdem ein Brauereimuseum mit Sudhaus und Brausaal.

Das erwartet Sie im neuen Skicircus:

270 Pistenkilometer, davon

  • 140 km blau
  • 110 km rot
  • 20 km schwarz

70 Seilbahnen und Lifte
5 Snowparks
61 Skihütten und Berggasthöfe
14 Skischulen
4 Rodelbahnen, davon 3 beleuchtet
2 Nachtskipisten
3 Speedmess-Strecken
2 SkiMovie-Strecken (Filme abrufbar über Skiline)
1 Funcross
Mehrere SnowTrails neben den Pisten (abhängig von der Naturschneelage)

Saalbach Hinterglemm Skigebiet © Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang

Hinterglemm am Abend.
© Skicircus Saalbach Hinterglemm Fieberbrunn – Toni Niederwieser

Ein wirklich starkes Skigebiet – und damit ist es offenbar noch nicht genug. Die nächste Erweiterungsstufe wird wohl in zwei Jahren erreicht, wenn die geplante Verbindung von der Schmittenhöhe über Viehhofen ins Glemmtal kommt…

Print Friendly and PDF
Neues aus den Skigebieten 2016/2017

Größer, schneller, aufwendiger – die Bergbahnbetriebe legen für diesen Winter in ...

So wird Skiurlaub in der Schweiz erschwinglich

Die Schweiz gilt als teuer, aber auch als wunderschön. Der bergige Staat ist ein ...